DAS

GESUNDHEITSSYSTEM

IST KRANK

Krankenpfleger*innen am Ende ihrer Kraft.

Übertherapien aus finanziellen Interessen.

Keine Zeit für individuelle Bedürfnisse.

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Kampagne

Immer mehr Stimmen kritisieren unser profitorientiertes und ausbeutendes Gesundheitssystem. Doch viele fühlen sich nicht gehört und allein gelassen. Um dies zu ändern, wollen wir die kritischen Stimmen vereinen.

Unser Ziel

Durch wöchentlichen Protest die öffentliche Aufmerksamkeit erregen - und die Politik zum Handeln bewegen. Eine gemeinsame Bewegung von Patient*innen, Pflegenden, Ärzt*innen und Therapeut*innen. Für einen konstruktiven Aufbruch, hin zu einem menschlicheren Gesundheitssystem für alle. 

Warum wollen wir das?

Gesundheitspolitische Themen gehen jeden etwas an! Die Parteien und die Regierung dürfen die Missstände im Gesundheitssystem nicht weiter ignorieren!

#menschvorprofit

#wirsindeinemillion

#immerdonnerstag

#farbebekennen

 

Aktuelles

Keine Profite mit Krankenhäusern

Krankenhausfinanzierung durch Fallpauschalen abschaffen

-

für eine gemeinwohlorientierte Finanzierung der Krankenhäuser

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bunte-kittel@posteo.de

Geschichten

aus dem Alltag

Auch ich bin mir nicht sicher, wie lange ich es aushalte, obwohl ich meinen Beruf im Krankenhaus liebe.

Das schlechte Gewissen

Seit 2 Jahren arbeite ich als internistische Assistenzärztin. Immer wieder höre ich von ehemaligen Kommiliton*innen und Pflegenden, die den Job in der Klinik nicht mehr aushalten, jetzt was anderes studieren, sich umorientieren. Auch ich bin mir nicht sicher, wie lange ich es aushalte, obwohl ich meinen Beruf im Krankenhaus liebe.

Schuld daran ist, dass im DRG-finanzierten System kein Platz ist für gute evidenz-basierte Medizin, kein Platz für interdisziplinäre Zusammenarbeit, Gespräche, Weiterbildung, Lehre. Und vor allem ist da keine Zeit, weil überall am Personal gespart wird, wo es möglich ist.

Mein Arbeitsalltag bedeutet für mich maximal Zeit einzusparen, weil das Finanzierungssystem den Klinikkonzern motiviert, maximal Personal einzusparen.

Die Zeit sitzt mir ununterbrochen  im Nacken, weil ich zu viele Patient*innen betreuen muss.

Wenn ich morgens, die Treppenstufen hocheilend, denke: „Wie komme ich heute (einigermaßen) pünktlich raus?“ Wenn ich erleichtert bin, dass ein*e Patient*in bei Visite nicht im Zimmer ist. Wieder 2 Minuten gespart. Ja, denn mehr als 2-3 Minuten sind es nicht, die ich bei meinen 18 Patient*innen verbringen kann.

Jeder Gang zur Toilette am anderen Ende der Station muss mit einer Kurzvisite verbunden, jeder Gang über den Flur muss geplant sein. Denn ein*e Patient*in (oder - vor Corona – ein*e Angehörige*r), die mich zufällig noch ein 2. Mal auf dem Flur trifft, kann gut mal 20 Minuten „kosten“.

Mein Kopf rechnet immer mit, wie viel Zeit vergeht, während ich auf der Suche nach einem funktionierenden BGA-Gerät (Blutgasanalyse) durch‘s Haus renne oder eine Patientin auf die Intensivstation verlegen muss. Wo kann man diese Zeit später wieder einsparen?

Schaff‘ ich es heute vielleicht für eine halbe Stunde in die Funktionsabteilung, um mich als Ärztin in Weiterbildung mal weiterzubilden?

Dann diese Erleichterung, wenn meine Familie mal nicht zuhause auf mich wartet. Da kann ich ohne schlechtes Gewissen einfach mal 1 oder 2 Stunden länger bleiben, mal ein privates (10-minütiges) Gespräch mit einer Kollegin führen, ohne dass in meinem Kopf die Uhr tickt. Dann kann ich ohne Zeit im Nacken mit einem besonders schwer erkrankten Patienten sprechen.

Mein Kopf rast ununterbrochen, ich habe das Gefühl, dass ich in der Klinik stets 120 % meiner möglichen Kapazität gebe. Wenn ich nach Hause komme, ist der Kopf leer. Mein Freund sagt oft, dass ich wie ein Zombie aussehe, wenn die Klinik mich gerade „ausgespuckt“ hat.

Mit der Zeit im Nacken mache ich meine Arbeit nicht so, wie meine Patient*innen, meine Kolleg*innen, meine Angehörigen und schließlich ich selbst es verdient hätten.

Sowieso, das schlechte Gewissen.

Das schlechte Gewissen, weil ich fragende Augen wahrnehme und ignoriere, um schnell aus dem Zimmer zu kommen. Weil ich so tue, als hätte ich die winkenden Arme am Ende des Flures nicht gesehen. Weil ich es immer noch nicht geschafft habe, die Angehörigen meiner dementen Patientin anzurufen oder gar ihren Rehaantrag auszufüllen. Weil ich meinen eigenen Ansprüchen an mich als Ärztin nicht gerecht werde.

Das schlechte Gewissen ist am Ende häufig das, was die Leute nicht aushalten, die aus der Klinik abhauen.

Anonym

 

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